Zentren

Im Human Design System gibt es 9 Zentren. Jedes dieser Zentren besitzt spezifische Eigenschaften und Funktionen. Grob einteilen kann man sie in Motorzentren, Bewusstheitszentren, Druckzentren und rein mechanische Zentren. 
Zu den Motoren gehören das Sakral-Zentrum als stärkster Motor sowie das Herz-Zentrum, das Wurzel-Zentrum und das Solarplexus-Zentrum. Die drei Zentren der Bewusstheit sind Milz-Zentrum, Ajna-Zentrum und Solarplexus-Zentrum. Zu den Druckzentren gehören Wurzel-Zentrum und Kopf-Zentrum und die rein mechanischen Zentren sind Kehl-Zentrum und G-Zentrum. 

Wenn ein Zentrum definiert, also in der Körpergrafik eingefärbt ist, arbeitet es beständig und festgelegt. Durch diese Festlegung funktioniert das jeweilige Zentrum sehr verlässlich und man kann jederzeit auf dessen Eigenschaften zugreifen und diese nutzen.
Im Gegensatz dazu stehen offene Zentren. Diese sind in der Körpergrafik weiß eingezeichnet. Das heißt, hier nimmt man die Energien von den Personen mit definierten Zentren auf und verstärkt sie zusätzlich. Dies bringt nicht nur Konditionierung, sondern auch Lernpotenzial über die Themen des Zentrums in das eigene Leben. Mit der Zeit und nach Dekonditionierungsprozessen ist die Möglichkeit aber gegeben, in genau den Bereichen der offenen Zentren weise werden zu können.

Herz-Zentrum

Nur etwa 35% der Menschen haben ein definiertes Herz-Zentrum. Dieses Zentrum steht für Willensstärke, Selbstwert und auch für den Umgang mit der materiellen Welt. 

Menschen mit einem definierten Herz-Zentrum verfügen über eine verlässliche Willensstärke. Sie können ihre Ziele konsequent verfolgen und Versprechen gut einhalten. Der Antrieb ist oft ein Gefühl, sich oder anderen etwas beweisen zu wollen, was sich dann wiederum nach erbrachter Leistung positiv auf ihr Selbstwertgefühl auswirkt. Allerdings sollte trotz der Definition darauf geachtet werden, Pausen einzuhalten, damit das Zentrum regenerieren und so seine Leistungsfähigkeit behalten kann. 

Im Gegensatz dazu haben Menschen mit einem offenen Herz-Zentrum keine verlässliche Funktionsweise dieser Qualitäten. Weil sie aber nicht nur die Willensstärke und die Leistungsbereitschaft der anderen Menschen spüren, sondern diese auch noch verstärken, haben diese Menschen einen Druck in sich, sich beweisen zu müssen oder Versprechen zu geben. Oft gelingt dies aber nicht, da die dafür benötigte Willensstärke nicht kontinuierlich verfügbar ist. Deshalb ist es umso wichtiger, hier den Selbstwert nicht mit der erbrachten Leistung zu koppeln und zu lernen, wie mit Versprechen und Verpflichtungen korrekt umgegangen werden kann. 

Solarplexus-Zentrum

Das Solarplexus-Zentrum ist etwa bei der Hälfte der Menschheit definiert. Dort entspringt die emotionale Welle, die sich in einem ständigen Auf und Ab bewegt. 

Menschen, die dieses Zentrum definiert haben, können von den eigenen Emotionen so sehr mitgerissen werden, dass sie dadurch zwar anziehend auf andere wirken, aber sie vorsichtig sein sollten, an den Hoch- oder Tiefpunkten der emotionalen Welle Entscheidungen zu treffen. Denn sie kennen keine Wahrheit im Hier und Jetzt. Die Klarheit kommt erst mit der Zeit, wenn alle möglichen Höhen und Tiefen einmal durchgefühlt wurden und dann verschwindet auch die Nervosität vor dieser Entscheidung. 

Ein offenes Solarplexus-Zentrum nimmt die Emotionen der Menschen mit einem definierten Solarplexus-Zentrum auf und verstärkt diese sogar noch. Deshalb kann es verlockend sein, allen Situationen, die eine negative Emotion hervorrufen könnten, aus dem Weg gehen zu wollen. Das Lernpotenzial liegt hier aber darin, diese emotionalen Wellen anderer wahrzunehmen ohne sich damit zu identifizieren und dann können sie genau durch diese sensible Wahrnehmung richtige Experten für Emotionen werden. 

G-Zentrum

Etwa 56% der Menschen haben ein definiertes G-Zentrum. Hier befindet sich der Sitz des Magnetischen Monopols, das heißt, in diesem Zentrum dreht sich alles um die unpersönliche Liebe, die Richtung und die Identität.  

Menschen mit einem definierten G-Zentrum besitzen einen inneren Kompass für sich und ihr Leben. Sie wissen, wer sie sind und folgen ihrer ganz eigenen festgelegten Richtung im Leben und können sogar andere Menschen mit ihrer Ausrichtung beeinflussen. Mit ihrer festgelegten Identität können sie neue Wege einschlagen und auch Führungsrollen übernehmen. 

Wenn das G-Zentrum offen ist, sind Identität, Richtung und die Art und Weise der Liebe nicht festgelegt. Diese Menschen kennen sich oft selbst gar nicht, passen sich unbewusst an ihre Umgebung an und lassen sich von der Ausrichtung anderer Menschen inspirieren. Sie haben keinen roten Faden, der sich durch ihr Leben zieht und deshalb suchen diese Menschen oft ihre eigene Identität oder Richtung im Leben. Da sich diese aber im Laufe des Lebens wandeln können und immer von ihrem Umfeld abhängig sind, ist es für sie besonders wichtig, die richtigen Menschen in ihrer Umgebung zu haben. Denn Menschen mit offenem G-Zentrum können nur am richtigen Platz sein, wenn sie die richtigen Menschen um sich haben.  

Milz-Zentrum

53% der Menschen haben das Milz-Zentrum definiert. In diesem Zentrum befindet sich die Körperintelligenz, das heißt Instinkt und Intuition sind hier angelegt sowie auch das körperliche Wohlbefinden und Teile des Immunsystems. Auch die Überlebensängste werden diesem Zentrum zugeschrieben. 

Wenn das Milz-Zentrum definiert ist, sind alle diese Qualitäten verlässlich vorhanden. Auftauchende Ängste sind entweder Anzeichen für mögliche Gefahren oder als Aufforderung gedacht, sich anzusehen, wo nicht gemäß der angelegten Definitionen gelebt wird. Auch die intuitiven Eingebungen sind Hinweise und können kleine Warnungen sein. Allerdings tauchen diese Eingebungen kein zweites Mal auf, deshalb ist Achtsamkeit sich selbst gegenüber die Hauptaufgabe, um diese Impulse auch wahrnehmen zu können. 

Hat man ein offenes Milz-Zentrum, können diese Impulse nicht konstant und verlässlich aus dem eigenen Inneren wahrgenommen werden. Deshalb sollten sich Menschen mit einem offenen Milz-Zentrum vorsorglich um die eigene Gesundheit kümmern, damit sie mögliche Risiken präventiv vermeiden können. Da das körperliche Wohlbefinden von anderen Menschen abhängig ist, ist es umso wichtiger zu hinterfragen, ob man nur an etwas oder jemanden festhält, weil es Wohlbefinden bringt oder ob es wirklich zum eigenen Leben dazugehört.

Ajna-Zentrum

Das Ajna-Zentrum ist bei knapp der Hälfte der Menschen definiert. Es ist der Sitz der mentalen, konzeptionellen Intelligenz. Die verschiedenen Arten und Weisen des Denkens, die Bildung von Konzepten, aber auch die mentale Besorgnis sind hier zu finden. 

Bei einem definierten Ajna-Zentrum ist eine fixe Art zu denken vorhanden. Konzepte werden auf verlässliche Art und Weise gebildet und können jederzeit abgerufen werden. Wenn sich Besorgnis zeigt, ist es oft ein Hinweis darauf, dass die eigenen Konzepte noch nicht vollständig ausgereift sind und weiter durchdacht werden dürfen, bevor sie schließlich kommuniziert werden können. 

Wenn das Ajna-Zentrum offen ist, ist die Art und Weise zu denken sehr flexibel, die eigenen mentalen Konzepte sind nicht festgelegt und können leicht von anderen Menschen beeinflusst werden. Gerade deswegen entsteht oft der Versuch, dies zu kompensieren, indem fix gedacht wird, um dieses vermeintliche Manko auszugleichen. Oft werden dabei Standpunkte unreflektiert übernommen und sogar verteidigt. Das eigentliche Talent liegt jedoch darin, die vielfältigsten Ideen, Meinungen und Konzepte nachvollziehen zu können. So kann sich ein sehr gutes mentales Urteilsvermögen entwickeln, mit dem neue Gedanken und Perspektiven verständlich an andere Menschen weitergegeben werden können. 

Kopf-Zentrum

Das Kopf-Zentrum ist von 29% der Menschheit definiert und ist für den Druck zu denken sowie für die Inspiration zuständig. 

Die einzige Möglichkeit, das Kopf-Zentrum definiert zu haben, besteht in der Verbindung mit dem Ajna-Zentrum. Dadurch sind nicht nur die Qualitäten des Kopf-Zentrums verlässlich vorhanden, sondern auch die Art und Weise, wie der mentale Druck umgesetzt wird, ist festgelegt. Die Inspiration zeigt sich dabei oft als ein Druck, den Sinn entschlüsseln zu wollen, die innere Wahrheit zu finden oder Zweifel auszuräumen. Allerdings kann dieser Prozess nicht beschleunigt werden, deshalb ist es wichtig, darauf zu vertrauen, dass die richtige Inspiration zur richtigen Zeit auftaucht. 

Wenn das Kopf-Zentrum offen ist, wird dieser Druck zu denken von außen aufgenommen und verstärkt wahrgenommen. Hier kann es verlockend sein, sich mit Fragen zu beschäftigen, die mit dem eigenen Leben nichts zu tun haben. Deshalb ist es umso wichtiger, den Druck von außen zwar wahrzunehmen, die Inspirationen aufzunehmen und eventuell auch weiterzuentwickeln, allerdings immer im Blick zu haben, ob sie wirklich zu den eigenen Lebensthemen passen. 

Wurzel-Zentrum

Etwa 58% der Menschen besitzen ein definiertes Wurzel-Zentrum. Dieses Zentrum ist für Druck und Stress zuständig, aber auch für die Ruhe und Gelassenheit. 

Menschen mit definiertem Wurzel-Zentrum können Druck und Stress gut aushalten und haben ihre ganz eigene Art, damit umzugehen. Häufig ist es sogar so, dass diese Menschen den Druck brauchen, um Zugriff auf ihren Antrieb zu bekommen. Allerdings sollte dieses Zentrum nicht dauerhaft beansprucht werden, denn um richtig funktionieren zu können, braucht es eine Balance zwischen Phasen von Stress sowie von Ruhe und Gelassenheit. 

Ein offenes Wurzel-Zentrum ist für sich genommen ruhig und gelassen. Wird allerdings Druck von außen wahrgenommen, verstärkt sich dieser noch und es kommt häufig vor, dass diese Menschen in ungesunden Stress verfallen. Sie möchten diesen Druck loswerden und beeilen sich, um von ihm loszukommen, merken aber nicht, dass sie dadurch nur noch mehr Stress in ihr Leben ziehen. Deshalb ist es hier sehr wichtig, bewusst auf das eigene Tempo zu achten und sich nicht zu sehr von anderen Menschen unter Druck setzen zu lassen. So können sie lernen mit Stress umzugehen, ohne ihn dauerhaft leben zu müssen.  

Sakral-Zentrum

Das Sakral-Zentrum ist bei knapp 70% der Menschen definiert und ist das einzige Zentrum, das, wenn es definiert ist, einen Grundtyp vorgibt. In diesem Zentrum geht es um Schaffenskraft, Ausdauer und auch um Fortpflanzung. 

Menschen mit einem definierten Sakral-Zentrum gehören immer zu den Generatoren oder Manifestierenden Generatoren. Wenn dieses Zentrum korrekt gelebt wird, haben diese Menschen einen verlässlichen Zugang zu Energie und können eine enorme Ausdauer entwickeln. Das Sakral-Zentrum funktioniert aus der Reaktion heraus und mit Hilfe der Bauchstimme kann wahrgenommen werden, ob im Moment genug Energie für etwas vorhanden ist oder nicht. 

Menschen mit offenem Sakral-Zentrum nehmen diese Energie von außen wahr und verstärken diese sogar noch. Deshalb kann es verlockend sein, über die eigene Kraft hinauszugehen, um stärker oder schneller zu sein als andere oder noch mehr Ausdauer zeigen zu wollen und dementsprechend mehr zu arbeiten. Um dieser Überforderung entgegenzuwirken, ist es hier wichtig zu wissen, wann genug wirklich genug ist und Erholung notwendig ist. Denn erst wenn man weiß, dass diese Energien nicht zu einem selber gehören, kann man gemäß seines Grundtyps bewusst mit dieser kraftvollen Energie umgehen.

Kehl-Zentrum

Das Kehl-Zentrum ist bei etwa 71% der Menschen definiert und das wichtigste Zentrum in der Körpergrafik, denn hier geht es sowohl um Kommunikation und Ausdruck als auch um Umsetzung und Manifestation. 

Bei einem definierten Zentrum hat man einen verlässlichen Zugriff auf die eigenen Kommunikationsfähigkeiten. Wie Dinge zum Ausdruck gebracht werden, ist festgelegt und kann je nach Definition unterschiedliche Schwerpunkte haben. Wenn die Kehle zusätzlich direkt oder indirekt mit einem Motor verbunden ist, ist auch die Art und Weise des Handelns festgelegt und die Umsetzung ist gemäß Strategie und Autorität verlässlich möglich. 

Ist das Kehl-Zentrum offen, bedeutet dies, dass die Art und Weise der Kommunikation stark vom Umfeld abhängig ist und auch für die Umsetzung in die Handlung werden andere Menschen benötigt. Oft passen sich Menschen mit einem offenen Kehl-Zentrum an die Menschen in ihrer Umgebung an, doch genau diese Wandelbarkeit in Ausdruck und Handlungsvermögen kann dazu führen, dass sie versuchen, Aufmerksamkeit erregen zu wollen. Wichtig ist hier, dass das Warten gelernt wird, bis sie in ein Gespräch einbezogen oder eingeladen werden. Denn erst dann kann wirklich gehört werden, was sie zu sagen haben und auch ihre Handlungen werden wirksamer. 

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