Die innere Autorität ist ein Hilfsmittel, das den Menschen dabei unterstützt, die richtigen Entscheidungen gemäß seinem Design zu treffen, seien es kleine Alltagsentscheidungen oder solche, die das Leben in eine andere Bahn lenken können. Wir sind es jedoch gewohnt, verstandesmäßige oder rein logische Entscheidungen zu treffen, die meistens im eigenen Lebenswiderstand enden. Wenn jedoch über die innere Autorität eine korrekte Entscheidung getroffen wird, gibt es oft körperliche Signale, die einen durch den richtigen Prozess führen und so Befriedigung, Erfolg, Friede oder Überraschung in das eigene Leben treten.
Welche Autorität man besitzt, lässt sich im Chart ablesen, je nachdem, welche Zentren offen oder definiert sind, denn es gibt eine klar definierte Reihenfolge der Autoritäten.
Autorität im Solarplexus-Zentrum

Sobald ein definiertes Solarplexus-Zentrum in Chart vorhanden ist, ist die innere Autorität immer die emotionale Autorität. Menschen erleben hier ihr Leben durch ständige emotionale Wellen, die sich je nach Definition unterschiedlich bemerkbar machen. Die Gefühle schwanken von himmelhochjauchzend zu Tode betrübt und sind einem ständigen Wandel unterworfen. Genau deshalb sollten diese Menschen niemals im Hier und Jetzt Entscheidungen treffen, denn eine im Moment getroffene Entscheidung spiegelt nur den Moment wider und nicht eine Entscheidung über den ganzen Prozess. Erst dann, wenn über die Zeit die emotionale Welle mehr und mehr durchlaufen ist und keine Nervosität bezüglich dieser Entscheidung mehr vorhanden ist, ist es keine mentale Entscheidung mehr.
Oft ist es verlockend, spontane Entscheidungen treffen zu wollen, vor allem wenn noch Druck von außen dazukommt, aber ein Überstürzen der Entscheidung führt immer in den Lebenswiderstand. Deshalb ist es wichtig zu lernen, dass Entscheidungen Zeit benötigen. Dies kann von „frag mich in ein paar Minuten nochmal“ bis zu einem Prozess von mehreren Wochen oder noch länger andauern. Und erst dann, wenn man sich die Zeit wirklich nimmt, kann durch die dann auftretende Klarheit eine authentische Entscheidung überhaupt möglich sein.
Autorität im Sakral-Zentrum

Die sakrale Autorität besitzen nur Generatoren, bei denen das Solarplexus-Zentrum offen ist. Hier wird die Entscheidung mithilfe der Bauchstimme getroffen. Das Sakral-Zentrum reagiert auf Fragen von Mitmenschen oder äußere Impulse und zeigt, ob im Moment genügend Energie für etwas verfügbar ist oder nicht. Das gilt für kleine, alltägliche Entscheidungen, aber auch für große, lebensverändernde.
Bei dem Prozess der Entscheidungsfindung ist zu beachten, dass das Ausbleiben von Energie genauso als „Nein“ gewertet werden sollte wie ein deutliches „Nein“. Nur ein „Ja“, beziehungsweise das Vorhandensein von Energie kann hier als „Ja“ gewertet werden, denn so wird sichergestellt, dass für den gesamten Prozess genug Energie vorhanden ist.
Es kann verlockend sein, die Bauchstimme ignorieren zu wollen, besonders wenn sie nicht mit den Erklärungen und Begründungen des Verstandes übereinstimmt. Dies führt jedoch in den Lebenswiderstand und der Generator wird frustriert. Deshalb ist es wichtig zu lernen, die Bauchstimme nicht nur wahrzunehmen, sondern auch zu befolgen, egal wie unlogisch oder mental nicht begründbar sie auch sein mag. Denn erst mit einer richtig getroffenen Entscheidung kommt auch die Befriedung in das Leben eines Generators.
Autorität im Milz-Zentrum

Von den Grundtypen können nur Projektoren und Manifestoren die Autorität im Milz-Zentrum besitzen, da hierbei sowohl das Solarplexus-Zentrum als auch das Sakral-Zentrum offen sein müssen. Hier werden Entscheidungen spontan und im Moment durch den Milz-Impuls getroffen. Dieser Impuls ist nur sehr kurz und subtil spürbar, beispielsweise als feines Gefühl der Intuition oder als Instinkt.
Die Herausforderung hier ist, diese Impulse wahrzunehmen, denn sie tauchen nur einmalig auf und können leicht übergangen werden. Besonders wenn man gewohnt ist, seine Entscheidungen mit dem Verstand zu treffen, der diese kleinen Impulse ignoriert oder zwar wahrnimmt, aber durch vermeintlich logische Erklärungen überlagert, ist es wichtig, sich selbst gegenüber achtsam zu sein.
Diese Autorität funktioniert nicht über Fragen oder über das Abwarten, bis durch innere Prozesse Klarheit entsteht, die Entscheidung entsteht ausschließlich in diesem einen Moment und lässt sich auch später nicht mehr rekonstruieren.
Deshalb ist es wesentlich, Entscheidungen nachträglich nicht gedanklich überprüfen oder revidieren zu wollen. Was in diesem einen Moment wahrgenommen wurde, kann später nicht mehr auf dieselbe Weise erfasst werden. Deshalb ist es so wichtig, Achtsamkeit für sich selbst und den Moment zu entwickeln, damit ein feines Gespür entstehen kann, wann welche Entscheidung korrekt ist.
Autorität im Ego-Zentrum

Menschen mit der Autorität im Ego-Zentrum können nur Projektoren und Manifestoren sein, die sowohl das Solarplexus- als auch das Sakral- und das Milz-Zentrum offen haben. Diese Autorität ist eng mit der Willensstärke verbunden, das heißt, bei Entscheidungen steht oft die Frage im Vordergrund, ob der eigene Wille stark genug ist und infolgedessen genügend Energie aufgebracht werden kann, die Entscheidung und deren Konsequenzen zu tragen. Entscheidungen entstehen hier aus einem klaren inneren Gefühl von „ich will“ oder „ich will nicht“ und sind nicht die Folge von logischem Abwägen oder äußeren Einflüssen.
Deshalb ist es wichtig, zwischen dem echten, eigenen Willen und den Erwartungen anderer unterscheiden zu lernen, denn die Energie kann nur aus der Verbindung zum eigenen, inneren Antrieb entstehen. Wenn Entscheidungen getroffen werden, die nicht dem eigenen Antrieb entsprechen, kann dies schnell zu Überforderung oder Erschöpfung führen. Deshalb ist es entscheidend, ehrlich zu sich selbst zu sein und nur dann eine Zusage zu machen, wenn der eigene Wille vollkommen hinter dieser Entscheidung steht. Erst dann führen getroffene Entscheidungen nicht mehr zu Bitterkeit und Zorn, sondern zu Erfolg und Frieden.
Autoritiät im G-Zentrum

Die Autorität im G-Zentrum ist auch als selbstprojizierte Autorität bekannt. Hierbei müssen Solarplexus-, Sakral-, Milz- und Ego-Zentrum offen sein, das heißt, nur Projektoren können diese Autorität besitzen. Hier ist das Zentrum, das für die eigene Identität, die Richtung und die Liebe steht, direkt mit dem Kehl-Zentrum, das für die Kommunikation zuständig ist, verbunden.
Das heißt, die Klarheit über eine Entscheidung entsteht hier über den Prozess des eigenen Sprechens. Für den Zuhörer kommt es nicht darauf an, Ratschläge zu geben oder korrigierend einzugreifen. Es geht auch nicht darum, eine Antwort zu finden, sondern vielmehr darum, sich selbst beim Sprechen zuzuhören und über das eigene Aussprechen zur Klarheit zu gelangen. Denn im Klang der eigenen Worte wird es spürbar, ob etwas zur eigenen Richtung und Identität passt oder nicht.
Die Welt ist der Resonanzraum dieser Menschen und deshalb sollten sie sich nicht unter Druck setzten lassen, ihre Entscheidungen in Einsamkeit oder nur durch mentale, logische Prozesse treffen zu wollen. Nur wer hier authentisch aus sich selbst heraus formuliert, findet im eigenen Ausdruck die Resonanz und die Klarheit, die letztendlich für eine erfolgreiche Entscheidung nötig sind.
Keine innere Autorität

In manchen Fällen ist keine innere Autorität vorhanden. Dies ist bei mentalen Projektoren und Reflektoren der Fall, da hierbei das Solarplexus-, das Sakral-, das Milz-, das Ego- und das G-Zentrum offen sein müssen. Hier gibt es im herkömmlichen Sinn keine Hilfe bei der Entscheidungsfindung, da die unmittelbare körperliche Antwort für eine Entscheidung fehlt. Klarheit entsteht hier nicht in einem einzelnen Moment, sondern ist ein längerer Prozess, bei dem die Interaktion mit anderen Menschen und die anschließende Reflexion darüber wichtig sind. Verschiedene Eindrücke und Perspektiven können betrachtet werden, wobei es aber nicht darum geht, den Meinungen anderer Menschen zu folgen. Als zusätzliche Hilfestellung kann hier das kognitive Potenzial hinzugezogen werden, dazu ist allerdings eine fortgeschrittene Dekonditionierung nötig, um dieses Potenzial voll ausschöpfen zu können.
Für Reflektoren ist es zusätzlich wichtig, große Entscheidungen einen Mondzyklus reifen zu lassen, weil erst dann die Möglichkeit besteht, jedes schlummernde Potenzial mindestens einmal anzuspüren, um eine ganzheitliche Entscheidung fällen zu können.
Hier ist es besonders verlockend, dem Verstand die Entscheidungen zu überlassen, deshalb ist es hier sehr wichtig, sich Zeit zu nehmen, Dinge anzusprechen und den richtigen Rahmen für die Entscheidungen zu wählen. Erst in diesem Prozess zeigt sich, welche Entscheidung sich langfristig stimmig anfühlt, die wirklich zum eigenen Leben passt.
